Maschinenbau

CE-Kennzeichnung - Maschinenbau

In der EU dürfen fertige Maschinen nur mit CE-Kennzeichnung verkauft werden. Es sind alle grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen einzuhalten, wie diese in europäischen Richtlinien beschrieben sind.

Die Maschinenrichtlinie fordert explizit eine dem Produkt entsprechende Risikobeurteilung. Dabei müssen die abstrakten Vorgaben berücksichtigt und die Lösungen beschrieben werden.

Konkretisiert werden diese sehr allgemeinen Forderungen durch europäische Normen. Einige Normen wie EN ISO 12100 oder EN ISO 13857 sollten bekannt sein, andere Angaben, z. B. aus dem EMV-Bereich, können ohne große Nachprüfung übernommen werden.

Erst nach Abschluss der Risikobeurteilung darf die CE-Kennzeichnung am Produkt angebracht und das Produkt in Verkehr gebracht werden.

Aus Erfahrung wende ich folgende Vorgehensweise an, wobei die einzelnen Schritte als Zuarbeit oder in Zusammenarbeit abgearbeitet werden:

  1. Überprüfung der bestimmungsgemäßen Verwendung (oder auch Fehlanwendung), damit auch Festlegung des Anwenderkreises.
  2. Klassifizierung, also Ermittlung, welche Richtlinien zu bearbeiten sind (das hat sich in den letzten Jahren durch RoHS und ErP-Design stark erweitert!).
  3. Normenrecherche und Auswertung dieser Normenvorgaben (insbesondere bei C-Normen)
  4. Daraus entwickelt sich eine meist mehrstufige Vorgehensweise zur Risikobeurteilung, wobei Hauptgefahren (z. B. Quetschgefahr beim Stanzen) fast immer schon vom Konstrukteur ermittelt und minimiert wurden. Hier kommt auch der berühmte Bewertungsbaum für Gefahren zum Einsatz, der je nach Normenansatz unterschiedlich formuliert wird, aber seit mehr als 25 Jahren eigentlich gleich ist.
  5. Es hat sich bewährt, die elektrischen Gefahren an Maschinen durch Normen wie EN 60204 zu bewerteten, ggf. auch mithilfe weiterer Normen wie EN ISO 13849 oder EN 62061.
  6. Pneumatische (EN ISO 4414, früher EN 983) und hydraulische Gefahren (EN ISO 4413, früher EN 982) werden ähnlich dem vorhergehenden Punkt (Elektrotechnik) bearbeitet. Erfahrungsgemäß sind die allermeisten Druckgeräte mehr als gute Ingenieurspraxis, kurz GIP, eingestuft.
  7. Soweit von den Zulieferern nicht ausreichend erklärt oder prinzipbedingt nicht möglich ist, erstellen wir Vorgaben und Lösungen für die ErP- und EMV-Überprüfung.
  8. Es ist immer der Anhang 1 der Maschinenrichtlinie durchzuarbeiten (dies ist eine explizite Vorgabe der Maschinenrichtlinie!), je nach Kenntnis ziehe ich diesen Punkt gerne auch weiter vor!
  9. Aus diesen Schritten ergeben sich viele Teile der Bedienungsanleitung (siehe auch Maschinenrichtlinie Anhang 1 Punkt 1.7.4). Achtung: Formale Vorgehensweisen vieler Dokumentationsprofis decken dies unzureichend ab; auch EN 82079 alleine reicht nicht aus!
  10. Möglicherweise werden besondere Aspekte gesondert ausformuliert (z .B. Ex-Schutz), um zum Ergebnis "CE-kennzeichnungsfähig" zu kommen.
  11. Normalerweise erstellen Sie die ausreichende Dokumentation zu Zukaufteilen, Steuerungsplänen (Schaltplan & Programmierung), Nachweise RoHS der relevanten Bauteile und so weiter ...
  12. Ich liefere Ihnen eine Vorlage für die Konformitätserklärung und die CE-Kennzeichnung auf dem Typenschild.

Leider musste ich immer wieder feststellen, dass viele Kunden nur eine Produktnorm abarbeiten, was nicht ausreichend ist. Ähnlich ist das Problem, wenn Behörden nur den Anhang 1 der Maschinenrichtlinie zugrunde legen, was ebenfalls nicht ausreichend ist.

Typische Kosten: einige Stunden ab Schreibtisch plus ein oder zwei Tagwerke vor Ort plus Anfahrt, Erfahrungswert 2.100 bis 3.300 Euro (120 Euro pro Stunde ab Schreibtisch, bei Stunden bei Ihnen vor Ort 150 Euro sowie 0,5 EUR je gefahrenen km).

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