Maschinenbau

CE-Kennzeichnung - Maschinenbau

In der EU dürfen fertige Maschinen nur mit CE-Kennzeichnung verkauft werden.

Die Maschinenrichtlinie fordert explizit eine dem Produkt entsprechende Risikobeurteilung. Dabei müssen die abstrakten Vorgaben berücksichtigt und die Lösungen beschrieben werden.

So etwas ähnliches werden Sie auf vielen Webseiten lesen können. Mir ging es immer darum, totes Papier zu vermeiden und eine Risikobeurteilung „zweikanalig“ aufzubauen, d.h.

  • die formalen Vorgaben (Maschinenrichtlinie) vorzustellen und zu bestätigen bzw. dem Konstrukteur zu zeigen, warum ich ihnen da quäle und
  • in der Normanwendung C-Normen wie z.B. EN 14070 für Sondermaschinen anzuwenden. Diese Norm fordert z.B. eine Außenhautsicherung und lässt dafür viele Lösungen im Inneren der Maschine zu.

Ich war also kein EN ISO 12100-Fetischist und kein Sistema-Fanatiker. Beides ist dann gut und sinnvoll, wenn es große Anlagen sind oder viel von Hand eingegriffen wird. Leider deutet so etwas auf fehlerhafte Konstruktion hin – wer mich kennt, ahnt, wie ich die Fehler anschaulich mache.

Achtung: da mein Kernargument auf Normenrecherche und Auswertung basierte und ich diese nicht mehr anbieten kann, ist das Feld … schwierig für mich – und mangels Stückzahlen dann schnell unrentabel.

Ich lasse mal meinen alten Text, der seit Jahren gültig ist, als Vorgehensweise stehen:

  1. Überprüfung der bestimmungsgemäßen Verwendung (oder auch Fehlanwendung), damit auch Festlegung des Anwenderkreises.
  2. Klassifizierung, also Ermittlung, welche Richtlinien zu bearbeiten sind (das hat sich in den letzten Jahren durch RoHS und ErP-Design stark erweitert!).
  3. Normenrecherche und Auswertung dieser Normenvorgaben (insbesondere bei C-Normen)
  4. Daraus entwickelt sich eine meist mehrstufige Vorgehensweise zur Risikobeurteilung, wobei Hauptgefahren (z. B. Quetschgefahr beim Stanzen) fast immer schon vom Konstrukteur ermittelt und minimiert wurden. Hier kommt auch der berühmte Bewertungsbaum für Gefahren zum Einsatz, der je nach Normenansatz unterschiedlich formuliert wird, aber seit mehr als 25 Jahren eigentlich gleich ist.
  5. Es hat sich bewährt, die elektrischen Gefahren an Maschinen durch Normen wie EN 60204 zu bewerteten, ggf. auch mithilfe weiterer Normen wie EN ISO 13849 oder EN 62061.
  6. Pneumatische (EN ISO 4414, früher EN 983) und hydraulische Gefahren (EN ISO 4413, früher EN 982) werden ähnlich dem vorhergehenden Punkt (Elektrotechnik) bearbeitet. Erfahrungsgemäß sind die allermeisten Druckgeräte mehr als gute Ingenieurspraxis, kurz GIP, eingestuft.
  7. Soweit von den Zulieferern nicht ausreichend erklärt oder prinzipbedingt nicht möglich ist, erstelle ich Vorgaben für die EMV-Überprüfung.
  8. Es ist immer der Anhang 1 der Maschinenrichtlinie durchzuarbeiten (dies ist eine explizite Vorgabe der Maschinenrichtlinie!), je nach Kenntnis ziehe ich diesen Punkt gerne auch weiter vor!
  9. Aus diesen Schritten ergeben sich viele Teile der Bedienungsanleitung . Immer wieder bemerke ich, wie die formalen Vorgehensweisen einiger Dokumentationsprofis dies unzureichend abdecken - EN 82079 alleine reicht nicht aus!
  10. Normalerweise erstellt der Kunnde die ausreichende Dokumentation zu Zukaufteilen und Steuerungsplänen (Schaltplan & Programmierung).
  11. Ich liefere Ihnen eine Vorlage für die Konformitätserklärung und die CE-Kennzeichnung auf dem Typenschild.

Typische Kosten: Überprüfung und Optimierung der Risikobeurteilung, gerne auch in Diskussionsrunde, das ist typischerweise ein Tag vor Ort (ca. 6 Stunden), Anfahrt, Vor- und Nachbereitung (oft einige Stunden, denn es gilt ein Problem zu lösen), Paketpreis: 2.200 €.

Beratung in diesem Bereich schont Ihre Nerven, weil ein Externer

  • auch in einem Team Fachfragen schneller klären kann,
  • Fragestellungen aufwirft, die aus Kundensicht kommen (und so Kundenfragen vorab klärt)
  • Vorgehensweisen umsetzt, die in einem firmeninternen Team zu erheblich mehr Zeitaufwand führen würden.

Hintergrund: mittlerweile hat jeder Maschinenbauer eine Risikobeurteilung vorliegen, egal wie schlecht diese sein mag. Die Steuerungssicherheitsbewertungen entsprechend ISO 13849 oder SIL-Berechnungen erstelle ich nicht, ich empfehle Sistema oder besser die Herstellerberechnungen (die oft eigene Software einsetzen).